Der Loersfelder Schlosspark heute & gestern

Schloss Loersfeld liegt zwischen den Naturschutzgebieten Loersfelder Busch und Parrig. Es ist eine der wenigen Anlagen des Rhein – Erft – Kreises, deren mittelalterliche Wehrfunktion im Hauptgebäude noch gut ablesbar ist.

Der 1262 erstmalig urkundlich erwähnte Besitz gliedert sich in seiner baulichen Anordnung wie folgt auf:

  • Hautgebäude und ehemaliger Torturm ca. 1495
  • Verwalter - und  Wirtschaftsgebäude um den Innenhof 1771
  • Anbau am Hautgebäude ( der ursprüngliche Küchenflügel ) 1865
  • Haus auf der Pferdewiese vor 1863 / Nach Brand 1978 wiederaufgebaut
  • Teehaus zwischen innerem und äußerem Wassergraben 1905
  • Wohnflügel am nördlichen Parkplatz : Wiederherstellung 1991

 

Das seit dem Jahre 1819 den Freiherrn von Fürstenberg gehörende Anwesen hatte 1933 eine Gesamtgröße von 560 ha, welche sich auf 400 ha. Ackerland 150 ha. Wald und 10 ha. Park aufteile.

Leopold Reichfreiherr von Fürstenberg zu Adolfsburg vermachte Loersfeld seinem Sohn Adolf, welcher von 1846 bis 1880 auf Loersfeld lebte. Er veranlasste auch die im Jahre 1853 durchgeführte Erweiterung des Schlossparks, vermutlich durch einen englischen Gartenarchitekten, auf seine heutige Größe von 10 ha.Dabei wurden schon vorhandene Bäume in die Planung mit einbezogen.  

Eine im Fürstenberg’schen Archiv befindliche Karte von 1863 zeigt den Gartenplan des Königlichen Steuer – Kontrolleurs Gürlich. Sie gibt 6 Gartenbereiche an, die in die natürlichen topographischen Gegebenheiten eingebunden waren. Östlich der Wirtschaftflügel lagen Wiesen und Ostgärten, nach Süden, Westen und Norden nutzten gewundene Wegeführungen, Wassergräben, Brücken und Einzelbäume wie Baumgruppen in lockerer Beziehung die reizvollen Möglichkeiten der landschaftsbezogenen Gartenkunst dieser Epoche.

Eine weitere Karte mit dem Plan der Parkanlage von Schloss Loersfeld aus dem Jahre 1903 gibt Auskunft über die Bemühungen in Loersfeld einen noch größeren, weiter nach Westen vorgeschobenen Landschaftsgarten zu formen. Wesentliches Merkmal ist die Abschottung der Anlage durch dicke Buschreihen und Baumpflanzungen nach außen.

Große Wiesen brachten malerische Baumgruppen darin zur Geltung und erlaubten von verschiedenen Standpunkten der Wege aus einen Blick auch auf die Hauptburg.

Zur Pflege dieser großzügigen Anlage standen im Jahre 1933 dem Obergärtner Joh. Nietsch 6 Helfer zur Verfügung.

Unter dem 2. Weltkrieg hatten nicht nur die Gebäude zu leiden, auch der Park mit seinen damals 300 verschieden Baumarten wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. Zudem reichten die wirtschaftlichen Mittel der drei, auf Loersfeld wohnenden Baronessen von Fürstenberg nicht aus, den enormen Unterhalt weiter zu finanzieren.

Die Folge war ein langsames Zuwachsen der Freiflächen und die Selbstaussaat zahlreicher Wildtriebe, die aus der künstlerischen Gartenkonzeption eine ungezügelte Waldparksituation schufen. Das weit verzweigte Wegenetz verschwand unter Unkraut und Efeu.

Eine weitere Verschlechterung der Gesamtsituation folgte mit dem Absenken des Grundwassers ab ca. 1950 durch die Rheinbraun auf eine Tiefe von 200 Metern. Die gesamten Wassergräben ( im Bereich um das Hauptgebäude doppelt angelegt ) waren mit Grundwasser gefüllt und wurden durch das Loersfelder Fließ aus dem Loersfeld Busch mit Frischwasser versorgt. Die Gräben trockneten aus und den zum großen Teil über 100 Jahre alten Bäumen wurde die Wasserversorgung entzogen. Die riesigen Bäume benötigten in dem bis dahin sehr feuchten Boden keine tief reichenden Wurzeln, um sich mit dem lebensnotwendigen Nass zu versorgen. Eine Umstellung auf die neue Situation mit der Neubildung von tiefer gründenden Wurzeln war den älteren Bäumen nicht mehr möglich. In den folgenden Jahren trockneten eine große Anzahl an Bäumen aus und starben ab. Besonders der Buchenbestand litt unter den verschlechterten Bedingungen.

Eine Wende trat dann mit der Renovierung der Gesamtanlage ein, welche im Jahre 1990 begann. Die Gebäude wurden von der Besitzerfamilie, den Freiherrn von Fürstenberg zu Schloss Hugenpoet und der Familie Bellefontaine, seit 1960 Pächter der Anlage, renoviert. Die „Wiederbelebung“ des Parks übernahm die Familie Bellefontaine in Absprache mit der zuständigen Landschafts – und Wasserschutzbehörde. Bei einer gemeinsamen Begehung wurde entschieden, welche Pflanzen und Bäume zu entfernen seien und welche erhaltenswert waren. Die „überflüssigen“ Sträucher und Bäume wurden entfernt, wodurch die verbleibenden Pflanzen ausreichend Licht und Luft erhielten. Rasenflächen und Wege wurden nach den alten Plänen wiederangelegt, offene Lücken in den Hecken beigepflanzt und Solitärbäume an verwaisten Stellen eingesetzt. Bei den gesamten Arbeiten achtete man auf die Einhaltung ursprünglichen Sichtachsen der alten Parkkonzeption.

Beim Verlegen der Versorgungsleitungen entdeckte man im Innenhof die alten Fundamente eines kreisrunden Wasserbeckens. Die ursprünglich sich an dieser Stelle befindliche begehbare Pferdetränke aus dem Mittelalter war im 19. schon zu einem Wasserbecken verändert worden. Anfang des 20. Jahrhunderts verfüllte man das Becken und gestaltete es zu einer Rasenfläche mit Buchsbaumbepflanzung um. Die alten Fundamente wurden freigelegt, aufgemauert und das gesamte Becken mit einer speziell angefertigten Folie abgedichtet und mit Feldbrandsteinen verkleidet.

Eine 12 Meter hoch reichende Fontaine verleiht dem Innenhof seitdem ein herrschaftliches Aussehen.

Auf der südlichen Seite der Wirtschaftsgebäude wurde ein kleiner Gemüse – und Kräutergarten angelegt, welcher die Restaurantküche mit frischen Produkten versorgt.

Im Bereich des nördlichen Parkplatzes, des Innhofes und rund um das Teehaus wurden Rhododendren in verschiedenen Farbgebungen angepflanzt.

Der direkt um das Hauptgebäude liegende Wassergraben, erhielt eine Ton – und Lehmabdichtung und wird nun durch die Oberflächenwasser der Dächer gespeist.               

Zur Abrundung des Gesamteindrucks stattete die Familie von Fürstenberg die drei Schlosszufahrten wieder mit schmiedeeisernen Toren aus.

Die außergewöhnlich gut gepflegte Anlage diente schon als Kulisse für verschiedene Filmproduktionen und ist ein beliebtes Hintergrundmotiv für Hochzeitsfotos.

Einmal im Jahr zieht die traditionelle Graf Berghe von Trips -Gegächtnisfahrt viele Liebhaber von schönen alten Autos auf das Gelände des Schlosses.

Anmerkend sei erwähnt, dass der gesamte Unterhalt der Parkanlage aus privaten Mitteln finanziert wird und wir bis zum heutigen Zeitpunkt keine öffentlichen Mittel erhalten.

An den Öffnungstagen des Restaurantbetriebes ist das Betreten zum Schlossinnenhof über die Zufahrten gestattet.

Erfahrungen der letzten Jahre haben uns aber davon überzeugt, die Gartentore zum Park nur noch auf Anfrage und unter Vorbehalt zu öffnen, um die Pflanzen zu schützen und denjenigen, welche die Natur respektieren, die Möglichkeit zu geben, sich an unserem Park zu erfreuen.

Ein historischer Landschaftspark ist kein gleich bleibendes Denkmal oder ein sich nicht veränderndes Kunstwerk, sondern ein wachsender und sich weiter -entwickelnder Lebensraum unterschiedlicher Pflanzen und Tiere.

Wir sehen unsere Aufgabe darin, durch Pflege und Nachpflanzungen die historische Grundkonzeption für die Zukunft zu erhalten.                             

Speisekarte

Kontakt

Tel. : 02273 57755

Fax. : 02273 57466

Email: info@schlossloersfeld.de


Übernachtungsmöglichkeit

Ab sofort bieten wir auf unserem Schloss Wohnungen zum Übernachten für unsere Gäste. Fragen Sie uns hierzu einfach an!








enenko media