Geschichte der ansässigen Familien
Seit 1262 ist die Existenz eines Hofes in Loersfeld nachweisbar. Zu diesem Zeitpunkt gehörte der Loersfelder Hof dem Ritter Eberhard von Belle und dessen Gattin Hildegunde.Es ist wenig wahrscheinlich, dass der 1312 und 1334 in brabantischen Urkunden erscheinende Adam genannt Mul von einem „Haus bei Kerpen“, mit dem wohl Loersfeld gemeint ist, ein Nachfahre von Eberhard und Hildegunde war. Im weiteren Verlauf des 14. Jahrhunderts muss Loerfeld in den Besitz der Familie Merode gelangt sein, die zu dieser Zeit Burggrafen waren. Vermutungen, die darauf deuten, dass der 1381 / 82 gestorbene Harper von Merode auf Loersfeld wohnte, lassen sich bisher nicht eindeutig nachweisen. Durch Heirat einer Tochter Hapers mit Mathias von Horn gelangte Loersfeld in den Besitz der Familie von Horn, die danach den Zusatz „genannt von Loersfeld“ in ihren Namen aufnahmen. Mathias und seine Frau hatten drei Söhne und drei Töchter. Der vor 1404 verstorbene Mathias vererbte Loersfeld an seinen Sohn Johann. Johann und sein Bruder Harper siegelten schon 1382 eine Urkunde, als sie von ihrem Großvater Harper Besitzungen erbten. Als „Johann von Horn genannt Loersfeld“ 1396 beim Verkauf eines Hofes zu Doersfeld an das Kölner Mariengardenstift als Zeuge auftrat, verwendete er erneut das schon 1382 benutzte Siegel, das sowohl den Horn’schen Bär als auch die vier Pfähle der Merode zeigte. 1404 bat Johann - als Ritter genannt - zusammen mit seinen noch lebenden Geschwistern um die Auszahlung des väterlichen Geldes. Ein Jahr später half er dem Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden in einer Auseinandersetzung mit dem Herzog Adolf von Berg. Johannes Ehe mit Lette von Roer scheint kinderlos geblieben zu sein. Mit seiner Haushälterin Fye hatte er drei Kinder: Thys, den letzten männlichen Nachkommen der Familie, Figin und Lette, die Loersfeld erbte. Lette heiratete 1435 Heinrich Spies von Büllesheim zu Bodendorf. Sie brachte damit Loersfeldt für die folgenden 140 Jahre, in denen das heutige Herrenhaus erbaut wurde, in den Besitz dieser Familie, die zum Uradel des Herzogtums Jülich gehört. Dort besaß sie mit Groß - Büllesheim und Satzvey zwei Unterherrschaften. 1319 erstmals genannt, wurden die Spies von Büllesheim im 15. Jahrhundert in die kurkölnische Ritterschaft aufgeschworen. Bei der Hochzeit besaß Heinrich bereits Schloss und Hof Bodendorf sowie einen Hof in Buir, weiteren Grundbesitz kaufte er 1444 dazu. Diese Besitzungen wurden an die beiden Söhne aus Heinrichs und Lettes Ehe vererbt. Heinrich Spies von Büllesheim der Jüngere erhielt unter anderem die Burgen Loersfeld und Bubenheim. Er heiratete Margarete von Bernsau. Von ihm ging Loersfeld auf seinen gleichnamigen Sohn Heinrich Spies von Büllesheim zu Bubenheim über, der am 10. Oktober 1497 Ida von Wevorden heiratete. 1510 verpachtete Heinrich den Hof Loersfeld. Nach seinem Tode erhielt sein Sohn Adam Spies von Büllesheim Loersfeld, welcher 1520 als wohnhaft in Loersfeld genannt wird. Seine Frau Margarete von Forst zu Haus Forst in Buir war in erster Ehe mit Adolf von Buschfeld verheiratet und vererbte ihren Anteil am Haus Forst ihren Kindern aus beiden Ehen . Schloss Loersfeld erhielt zunächst der ältere Sohn von Adam und Margarete, Heinrich Spies von Büllesheim. 1568 übergab Heinrich Loersfeld seinem Bruder Johann, dem seit 1567 bereits die Hälfte von Haus Forst gehörte. Da Jahnns 1568 geschlossene Ehe mit Margarete von Haes kinderlos blieb, vererbte er Loersfeld an die Tochter seiner Schwester Katharina, Elisabeth von Hoemen zu Odenkirchen, Widenau und Etzweiler. Elisabeth heiratete 1579 Franz von Eynatten. 86 Jahre - bis 1665 - blieb Loersfeld im Besitz der Familie von Eynatten, deren Stammburg zwischen Aachen und Eupen lag und dem dortigen Dorf seinen Namen gab. Sowohl die heutigen Besitzer von Loersfeld, die Familie von Fürstenberg, als auch die, bis zum Ende des 20. Jahrhundert Besitzer von Schloss Hemmersbach, die Familie Berghe von Trips , sind mit der Familie von Eynatten verwand. Weinand, der jüngste Sohn von Elisabeth und Franz, erbte neben Loersfeld auch die Besitzungen in Widenau und Etzweiler. 1629 heiratete er Maria Katharina von Imstenrath zu Mheer. Der Kaiser erhob Wienand 1635 in den Reichsfreiherrenstand. Wienand starb, ohne Erben zu hinterlassen und wurde in der Kirche von Heppendorf begraben. Sein Testament vom 11.08.1633 vererbte Loersfeld mit allem Zubehör an seinen älteren Bruder Adolf von Eynatten, der mit Anna Maria von Warsberg verheiratet war. Nach Adolfs Tod 1654 gelangte Loersfeld an dessen Sohn Johann Samson von Eynatten. Wie sein Onkel Johann, der übrigens auch Probst des Kerpener Martinsstiftes war, hatte Johann Samson das Amt des Domherrn an St. Lambert in Lüttich inne. Außerdem war er Probst in Hildesheim. Am 23.03.1665 verkaufte er Loersfeld an Dietrich von Leers, der einer aus Muldenau kommenden Familie bäuerlichen Ursprungs entstammte. Zusammen mit seinem Bruder Michael, der Geheime Rat und Staatssekretär des Pfälzischen Kurfürsten und Herzogs von Jülich war, wurde er 1664 in den Reichsritterstand erhoben. Seit 1655 war er Jülicher Wehrmeister. 1673 wohnte er in Düren und war dort 1678 Bürgermeister. In erster Ehe heiratete Dietrich 1659 Anna Richmodes von Berchem, in zweiter Ehe 1672 Maria Margareta Contzen. Seine beiden wohl aus der ersten Ehe stammenden Kinder wurden 1673 und 1676 in Düren beerdigt. Dietrich von Leers starb vermutlich in Düren, sein genaues Sterbedatum ist leider nicht bekannt, sein Testament stammt vom 05.09.1690. Darin machte er Loersfeld zum Fideikommiss und vererbte es gleichzeitig an den zweiten Sohn seines Bruders Michael, Johann Phillpp Theodor von Leers. Lange von Johanns Tod 1717 erbte dessen Neffe Arnold Dietrich von Leers Loerfeld. 1698 verkaufte dieser - obwohl Loersfeld Fideikommiss, also unteilbares Erbgut war - Teile des Besitzes an seine Schwester Latharina und deren Ehemann Franz Wilhelm von Brachel. Zwischen den beiden Familien Brachel und Leers kam es dann 1732 zu einem Rechtsstreit um den Besitz von Loersfeld, der am Reichskammergericht ausgetragen wurde. Ursache für den Streit war möglicherweise der unrechtmäßige Verkauf durch Arnold Dietrich. Obwohl die entsprechenden Akten des N W Hauptstaatsarchivs noch nicht ausgewertet wurden, steht aufgrund des Kaufvertrages von 1766 fest, dass Loersfeld bis 1766 und darüber hinaus Eigentum der Familie von Lees war. Nur wenige Jahre später muss der 1766 genannte Verkäufer, nämlich Jobst Franz Moritz von Leers, Loersfeld an den Kölner Kaufmann Kasper Wilhelm Hamm verkauft haben. Dieser vererbte er zu gleichen Teilen seinem Sohn Johann Gabriel und seiner Tochter Catharina.Catharina, in erster Ehe mit Josef Rossi verheiratet, kaufte am 02.08.1788 von den Erben ihres verstorbenen Bruders dessen Anteil dazu.Nach dem Tod ihres Gatten heiratete sie den Kölner Nadelfabrikanten und Kaufmann Georg Albert Reinecker. Als Catharina starb, vererbte sie ihrem Ehemann als Universalerben ihren ganzen Besitz, darunter Loersfeld mit allem Zubehör.Georg Albert Reinecker schließlich verkaufte Loersfeld mit allen Gebäuden und dazugehörigen Ländereien am 05. 06.1819 an den Erbdrosten Friedrich Leopold Reichsfreiherr von Fürstenberg zu Herdringen, wohnhaft in Eggeringhausen. Der vertraglich vereinbarte Kaufpreis von 68.000 Reichstalern war in „groben silbernen und goldenen Münzsorten“ zu zahlen.Die Familie von Fürstenberg, der Sage nach Wittekinds Stamm entsprossen, gehört zum westfälischen Uradel. Schon 1660 wurde die Familie in den Reichfreiherrenstand erhoben. Erst im 18. Jahrhundert erwarben die Fürstenberger Grundbesitz im Rheinland. Die Familie existiert bis heute in mehreren Linien. Der 1766 geborene Friedrich Leopold von Fürstenberg heiratete 1788 Ferdinande Freiin von Weichs zur Wenne. Das Ehepaar hatte sieben Söhne und sieben Töchter. In seinem Testament vom 01. Dezember 1835 hinterließ Friedrich Leopold von Fürstenberg seinem erstgeborenen Sohn Franz Egon von Fürstenberg das Fürstenberg’sche Fideikommiss bestehen unter anderem aus den Besitzungen: Gut Herdringen, Gut Adolphsburg, Gut Dahlhausen, Gut Hennen, Gut Altendorf, Gut Rantenbornund, Gut Wandhoven, Gut Wedinghausen, Gut Abdinghof bei Weren, Gut Metz bei Kirchhain,Gut Bruch, und Gut Würdinghausen.
Die sechs anderen Söhne Clemens, Theodor, Johann Friedrich, Franz Friedrich, Adolph und Joseph erbten die Besitzungen
Gut Steinhausen, Gut Frönspert, Gut Heiligenhoven, Gut Georghausen, Gut Leerbach, Gut Altenberg im Bergischen, Gut Königsdorf, Gut Schwenkhausen, Gut Hohenover, Gut Siedlinghausen, Gut Bromskirchen bei Haltenberg, die von dem Herzog von Hessen erworbenen Gefälle zu Soest, Gut Eggeringshausen, Gut Schlingwurm, Gut Loersfeld mit Haus Hahn, Gut Decksteiner Hof , Gut Muffendorf, und die Berkummer Höfe .
Der sechste Sohn, der am 28.06.1805 geborene Franz Adolph Josef Reichsfreiherr von Fürstenberg war der erste Fürstenberg, welcher Loersfeld
zu seinem Wohnsitz machte.
Neben umfangreichen Baumaßnahmen in den Jahren 1840 und 1865, von denen seine häufig zu findenden Initialen „ A v F “ zeugen, ließ er auch den Park im englischen Landschaftsstil auf eine Gesamtgröße von 10 ha erweitern.
Adolph beendete seinen Militärdienst beim 3. Kavallerie- Bataillon des 16. Landwehr - Regiments 1846 im Rang eines Seconde Lieuetnat. 1848 gehörte er zu den Unterzeichnern der Petition des Adels an die „Preußische Nationalversammlung“ die Sicherstellung seines Fortbestehens betreffend.
Von 1854 bis 1874 war er Mitglied des 2. Standes des Rheinischen Provinzial- Landtags für die Regierungsbezirke Koblenz, Trier und Köln.
Darüber hinaus war Adolph als Mitglied des Kerpener Gemeinderats kommunalpolitisch aktiv. Als er am 14.02.1880 als Königlicher Kammerherr und Schlosshauptmann von Schloss Benrath starb, fiel sein Besitz an seinen Neffen Friedrich Leopold II. von Fürstenberg.
Nach dessen Tod erbte 1901 sein am 07.05.1863 in Borbeck geborener Sohn Clemens den Loersfelder Besitz. Clemens , der seinen Wohnsitz nach Loersfeld verlegte, heiratete am 03.06.1909 Therese Gräfin von Korff genannt Schmissing, geboren am 14.09.1879 in Tatenhausen, Westfalen. Von dieser Verbindung zeugt ein datiertes Allianzwappen über dem Haupeingang des Herrenhauses- Am 27.08.1910 wurde ihr Sohn Clemens geboren. Während Clemens I. sich wie Adolph kommunalpolitsch engagierte, gründete seine Ehefrau Therese 1916 den „Frauenbund“ als „Zusammenschluss der katholischen Frauen aller sozialen Schichten, um ihre allgemeinen Interessen zu vertreten“. Die Frauen trafen sich alle zwei Monate im Vinzenshaus. 1921 hatte der Frauenbund 140 Mitglieder und wurde damit nur von den beiden Schützenbruderschaften übertroffen. Noch heute existieren mit dem Elisabeth - Verein und der Katholischen Frauengemeinschaft zwei Nachfolgeorganisationen des 1916 gegründeten Verein. Am 19.11.1930 starb Therese von Fürstenberg im Alter von nur 51 Jahren. Ihr Ehemann überlebte sie um 11 Jahre, er verstarb am 14.11.1941 während eines Aufenthaltes auf Schloss Hugenpoet in Essen - Kettwig.
Wie Adolph von Fürstenberg wurde auch das Ehepaar in Kerpen begraben.
Ihre Grabsteine befinden sich heute im Park von Schloss Loersfeld.
Loersfeld fiel 1941 an die Linie Fürstenberg - Hugenpoet und ging in Besitz eines Neffen von Clemens von Fürstenberg, Maximilian von Fürstenberg zu Hugenpoet, verheiratet mit Andel geb. Gräfin von und zu Westerholt Giesenberg über.
In der Folgezeit lebten Geschwister Maximilians von Fürstenberg auf Schloss Loersfeld, bis Anfang 1960 der gesamte Besitz an die Kerpener Familie Bellefontaine verpachtet wurde. Dieses Pachtverhältnis wird von Thomas Bellefontaine weitergeführt, welcher auch auf Loersfeld wohnt.
Maximilian von Fürstenberg starb 1985.
Sein Sohn, Adolph Walter Reichsfreiherr von Fürstenberg - Hugenpoet verheiratet mit Yvonne geb. Kelling - Sersiron haben zwei Söhne: Maximilian und Wilhelm.
Adolf von Fürstenberg vermachte Loersfeld nach seinem Tod im November 2007 seinem Sohn Maximilian Reichfreiiherr von Fürstenberg auf Schloss Hugenpoet, verheiratet mit Stefanie geb. Reichsgräfin von Adelmann zu Adelmannsfelden.
Maximilian und Stefanie von Fürstenberg haben eine Tochter, Elisabeth und zwei Söhne, Friedrich Leopold und Karl Konstantin.
Die Familie von Fürstenberg wohnen in keinem Ihrer 3 Schlösser sondern in einem Privathaus in der Nähe von Düsseldorf.


